FEBRUAR 2017 – UNSERE REISE NACH TARGU JIU – EINE REISE DES ELENDS – Ankunft

 

Wir sind pünktlich gelandet, haben unseren Mietwagen abgeholt und uns auf die etwa 4-stündige Fahrt nach Targu Jiu gemacht.
Der kalte harte Winter hat viele Opfer gefordert. Der Hals ist uns allen wie zugeschnürt, weil so viele tote Hunde am Straßenrand liegen. Hunde jeden Alters, alle ausgemergelt und es sieht so aus, als hätten sie einfach keine Kraft mehr gehabt, weiterzugehen.
Schweigend setzen wir den Weg fort zu „unserem“ Shelter.
Wir sehen viele Streuner in der Nähe von Tankstellen und Ortschaften, weil dort wohl mehr Müll anfällt, als in der freien Wildbahn.
Teils werden sie geduldet, teils werden sie von den Menschen vertrieben.
Am liebsten würden wir sie alle mitnehmen, es zerreißt uns das Herz, aber es geht nicht.

Etwa 80 km vor Targu Jiu fällt uns eine ausgemergelte Hündin auf. Sie kauert sich an eine Hauswand und erst jetzt sehen wir, dass sie einen Welpen schützt. Ein paar Meter weiter liegt ein zweiter im kalten Gras. Schon als wir aussteigen, läuft die scheue Hündin auf und davon. Was mag sie erlebt haben mit Menschen? Nichts Gutes, sonst würde sie nicht einfach ihre Welpen zurücklassen.
Wir sind entsetzt. Der kleine Welpe im Gras ist tot und der andere ist völlig abgemagert und sehr schwach. Wir kämpfen einen inneren Kampf? Was sollen wir tun? Baby nehmen, retten und die Mutter vergessen? Geht nicht.
Baby hierlassen und zusammen mit der Mutter dem sicheren Tod aussetzen? Geht auch nicht. Was sollen wir tun?
Wir beschließen, zu warten. Mit dem Wagen fahren wir ein paar Meter zurück, um uns zu verstecken und hoffen, dass die Mutter wieder auftaucht. In der Hoffnung, sie mit Futter zu locken.
Nichts passiert.

Steif vom Hocken hinterm Auto und der Kälte entschließen wir uns, das Baby zu retten. Vielleicht schafft es die Mutter alleine besser, zu überleben.
Als wir mit dem Welpen, den wir Odin taufen, im Auto sitzen, weinen wir und keiner kann mehr reden.
Wir haben ihn einfach mitgenommen in die Pension, in der wir die nächsten 9 Tage wohnen werden. Dort hat er sofort ein Körbchen bezogen, etwas gefressen und ist dann eingeschlafen.
Wir können immer noch kaum reden, weil wir die Mutter nicht aus dem Kopf kriegen und gehen auch schlafen.

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